BBBank Inform - Oktober 2019

WACHABLÖSUNG

Frank Werneke ist neuer Bundesvorsitzender der Gewerkschaft ver.di

Frank Werneke, Bundesvorstand Gewerkschaft ver.di; Quelle: Kay Herschelmann

Frank ersetzt Frank, könnte man schreiben: Mit 92,7 Prozent der Stimmen wählte der 5. ver.di-Bundeskongress Frank Werneke zum neuen Bundesvorsitzenden. Er folgt damit auf Frank Bsirske, der dieses Amt nach 18 Jahren abgibt. Werneke war zuletzt einer der beiden Stellvertreter von Bsirske.

In seiner Vorstellung vor der Wahl betonte Werneke, dass er die Gewerkschaft ver.di im Team führen wolle, gemeinsam mit seinen Stellvertreterinnen und mit einem starken ver.di-Bundesvorstand. Zu seinen Stellvertreterinnen wurden Andrea Kocsis (91,5 Prozent) und Christine Behle (91,1 Prozent) gewählt. Kocsis leitet zugleich den Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik. Behle steht an der Spitze der Fachbereiche Bund und Länder, Gemeinden, Sozialversicherung, Verkehr sowie Besondere Dienstleistungen.

Unter dem Motto „Zukunftsgerecht“ fand der Bundeskongress dieses Mal in Leipzig statt. Insgesamt diskutierten 1.009 Delegierte über die zukünftige Ausrichtung von ver.di. Es lagen mehr als 1.000 Anträge zur Beratung und Beschlussfassung vor.

Werneke versicherte den Delegierten, dass er mit Stolz Gewerkschafter sei, weil er ganz persönlich erlebt und erfahren habe, dass durch gemeinsames Handeln, dass durch gemeinsame Kämpfe die Arroganz der Macht überwunden und gebrochen werden könne. Er wolle Unrecht überwinden, weil er nicht akzeptiere, dass jeder und jede fünfte Beschäftigte in Deutschland zu Bedingungen des Niedriglohns arbeiten müsse, dass Minijobs weiter grassierten und Altersarmut dadurch anwachse, dass Frauen schlechter bezahlt würden als Männer und dass über die Hälfte der Arbeitsverträge unserer jungen Kolleginnen und Kollegen sachgrundlos befristet seien.

Werneke bezeichnete ver.di als „eine ganz besondere Organisation" – politisch, debattenfreudig und wenn nötig auch erfrischend laut. „Aber wenn es darauf ankommt, handeln wir gemeinsam und stellen unsere Stärke unter Beweis", sagte er. Als besten Weg, um Mitglieder an ver.di zu binden, bezeichnete er eine engagierte und lebendige Gewerkschaftsarbeit in den Betrieben, Einrichtungen und Verwaltungen. Deshalb wolle ver.di die kollektive Arbeit stärken.

Die BBBank war beim Kongress durch den Bereichsleiter Öffentlicher Sektor, Michael Lutz, vertreten. So konnte Lutz dem neuen ver.di-Chef persönlich zur Wahl gratulieren. Am Rande hatte Lutz auch Gelegenheit, mit dem Bundesbeamtensekretär von ver.di, Nils Kammradt, zu sprechen.

Über den Inhalt und Ablauf des Bundeskongresses informiert ver.di umfassend im Netz.