BBBank Inform - Oktober 2018

STATISTISCHES BUNDESAMT

Neue Zahlen zum öffentlichen Dienst


Zum siebten Mal in Folge weist das Statistische Bundesamt (destatis.de) einen Personalanstieg im öffentlichen Dienst aus. Im „klassischen“ öffentlichen Dienst von Bund, Ländern und Kommunen arbeiten 4,74 Mio. Beschäftigte (Stand 30.06.2017). Das sind 47.500 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Auch der privatisierte Dienstleistungssektor verzeichnet einen Zuwachs und beschäftigt nun 1,25 Mio. Männer und Frauen. Damit sind bei den öffentlichen Arbeitgebern in Deutschland insgesamt 5.987.445 Arbeitnehmer und Beamte beschäftigt (dies entspricht einem Plus von 100.000 Beschäftigten).

Es war absehbar, dass die Beschäftigtenzahlen steigen werden, auch eine Folge der Zuwanderung. Personalzuwachs verzeichnen vor allem die Bereiche Tageseinrichtungen für Kinder, Hochschulen und Polizei. Im Polizeidienst ist das Personal beispielsweise um 6.100 Beschäftigte (+ 1,9 Prozent) gestiegen. Das ist der größte Zuwachs seit über 20 Jahren. Allein die Zahl der Beamtenanwärter/innen bei der Bundespolizei ist um 1.700 höher. Damit sind die Ausbildungsverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent gestiegen. Von den insgesamt rund 319.400 Beschäftigten bei der Polizei des Bundes und der Länder stehen 86 Prozent im Beamtenverhältnis. Der seit Jahren anhaltende Personalzuwachs bei kommunalen Kindertageseinrichtungen setzt sich fort (+ 7.100 Personen / 3,5 Prozent mehr als zum Vorjahr). Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der Erzieher/innen auf nunmehr 211.600 stark gestiegen. Das Personal an Hochschulen einschließlich der Hochschulkliniken ist um 8.000 Beschäftigte gewachsen, dort sind nunmehr insgesamt 534.800 Personen beschäftigt.

Trotz des Personalanstiegs steht der öffentliche Dienst vor turmhohen Herausforderungen. Der Personalbedarf bei Bund, Ländern und Kommunen wird hoch bleiben, der Stellenabbau durch Digitalisierung wird erst mittelfristig greifen. Zumal die meisten Bereiche des öffentlichen Bereichs „Dienst am Menschen“ verlangt. Kitas, Kindergärten, Schulen, Hochschulen, der Polizeidienst und der Gesundheits- und Pflegebereich erfordern vor allem Personal. Die zunehmende Digitalisierung wird manches unterstützen und erleichtern, aber für die meisten Arbeiten braucht sie den Menschen. Die größte Herausforderung stellt aber eine gute und erfolgreiche Nachwuchsgewinnung dar. Der öffentliche Dienst muss sein Image „polieren“ und die Bezahlung in den Anfangsjahren muss besser sein, so Uwe Tillmann, Geschäftsführer des Deutschen Beamtenwirtschaftsring.

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