BBBank Inform - Mai 2017

INTERVIEW

mit Dr. Markus Söder, Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat

Dr. Markus Söder

Der Freistaat Bayern hat erneut das Tarifergebnis der Länder auf die Beamten übertragen. Wir sprachen mit Dr. Markus Söder über Beschäftigungsbedingungen im öffentlichen Dienst, die Bedeutung einer starken Verwaltung und Familienbewusstsein.

Herr Dr. Söder, Bayern hat auch in diesem Jahr das Tarifergebnis der Länder auf die Beamten übertragen und bestätigt damit die Besoldungspolitik vergangener Jahre. Halten Sie die Eingangsbesoldung für ausreichend oder müsste man bei den jungen Beamten in den Anfangsjahren nicht noch ein wenig "drauflegen"?

Unsere Beschäftigten in Bayern leisten hervorragende Arbeit. Eine angemessene Bezahlung ist auch eine Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der bayerischen Beamten. Insbesondere bei der Bewältigung der besonderen Herausforderungen der Flüchtlingskrise und der Sicherheitslage waren unsere Beamten besonderes gefordert. Polizisten, Lehrer, Justiz, Ausländerbehörden, Landratsämter und viele andere Bereiche haben Großartiges geleistet.

Der Freistaat Bayern bietet seinen Beamtinnen und Beamten erstklassige Beschäftigungsbedingungen. Mit ihrer hervorragenden Arbeit garantieren sie das Funktionieren der bayerischen Verwaltung. Bayern will im Wettbewerb um die besten Köpfe weiterhin vorne liegen. Und dazu gehört auch, dass gute Arbeit gut bezahlt wird. Im Rahmen des Neuen Dienstrechts in Bayern haben wir deutliche Verbesserungen über die gesamte Besoldungstabelle umgesetzt. Ebenso große Bedeutung hat die wiederholte Übertragung des Tarifabschlusses auf die Bezüge der bayerischen Beamtinnen und Beamten. Die bayerische Besoldung nimmt deshalb im Bund-Länder-Vergleich eine Spitzenposition ein. Das ist ein klares Signal der Bayerischen Staatsregierung an die bayerischen Beamtinnen und Beamten. Ihre Leistung und die gute Arbeit für den Freistaat Bayern werden anerkannt und gewürdigt.

Der öffentliche Dienst wird in den nächsten Jahren erhebliche Neueinstellungen vornehmen müssen. Ist Bayern ausreichend gewappnet und sind aus Ihrer Sicht besondere Maßnahmen erforderlich, um den qualifizierten Nachwuchs in der erforderlichen Anzahl zu gewinnen?

Wir setzen weiterhin auf eine starke und effizient arbeitende Verwaltung. Wir haben für die Zukunft vorgesorgt. Die Einstellungszahlen bleiben auf hohem Niveau. Mit der Rekordzahl von derzeit über 2.600 Anwärter/innen etwa läuft die Ausbildung in Steuer und Staatsfinanz auf Hochtouren. Die Ausbildung der Nachwuchskräfte wird auch in den kommenden Jahren eine zentrale Aufgabe bleiben. In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Anwärter- und Planstellen geschaffen.

Wir investieren massiv in unsere Bildungseinrichtungen. So wird etwa bei der Landesfinanzschule der Standort Ansbach für fast 54 Millionen Euro um 260 Aus- und Fortbildungsplätze ausgebaut. In Kronach entsteht eine neue Außenstelle des Fachbereichs Finanzwesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern mit 200 Studienplätzen. Am Studienort Herrsching wurden in den letzten Jahren über 18 Millionen Euro in die Verbesserung der Ausbildung investiert.

Wie die "Shell-Jugendstudie 2015" zeigt, haben ein sicherer Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für junge Erwachsene einen sehr hohen Stellenwert. Genau das bietet der öffentliche Dienst, und damit kann er neben vielen weiteren Aspekten im Nachwuchswettbewerb punkten."

Die nächste Landtagswahl in Bayern findet im Herbst 2018 statt. Was hat der öffentliche Dienst im letzten Jahr Ihrer Amtsperiode noch zu erwarten?

Der Freistaat Bayern steht zu seinen Beamtinnen und Beamten. Nur zufriedene Mitarbeiter leisten auf Dauer gute Arbeit. Im Dialog mit den Spitzenverbänden werden wir deshalb dafür sorgen, dass der Freistaat Bayern dauerhaft als ausgezeichneter Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat