BBBank Inform - August 2019

BerufsStart

Rund 70.000 junge Menschen starten in diesem Jahr eine Berufskarriere im öffentlichen Dienst

Quelle: Fotolia@kegfire

Der öffentliche Dienst ist nicht nur der größte Arbeitgeber in Deutschland, sondern auch der größte Ausbilder. Denn derzeit stehen rund 219.000 junge Leute in einem Ausbildungsverhältnis. Davon absolvieren knapp 53 Prozent eine Beamtenausbildung, zumeist im mittleren bzw. gehobenen Dienst. In einem Ausbildungsverhältnis nach Berufen des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) stehen 103.710 Auszubildende.

Für den öffentlichen Dienst gibt es derzeit keine verlässliche Ausbildungsstatistik, denn in den o.a. Zahlen sind einige Ausbildungen und Anlernberufe nicht erfasst, wie beispielsweise die Erzieherausbildungen. Der Deutsche Beamtenwirtschaftsring e.V. (DBW) geht von rund 70.000 jungen Menschen aus, die in diesem Jahr eine Ausbildung im öffentlichen Dienst beginnen. Davon haben bereits im Frühjahr rund 40 Prozent mit der Ausbildung begonnen. Der Großteil beginnt mit dem Berufseinstieg traditionell zum 1. August bzw. 1. September.

Starke Zuwächse bei den Einstellungszahlen gibt es im Bereich der Polizei. Allein bei der Bayerischen Polizei sind bis zum Jahr 2020 rund 1.500 Einstellungen im Polizeivollzugsdienst geplant. Aber auch in allen anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung wird wieder mehr eingestellt als in den Vorjahren, so auch bei der Finanzverwaltung und im Erziehungsbereich (Kindergärten, KITAS und Schulen).

Aber nur durch das Anheben von Einstellungszahlen wird sich die Misere der Nachwuchskräftegewinnung nicht beheben lassen. Auch der öffentliche Dienst hat mit rückläufigen Bewerberzahlen zu tun und kämpft – wie die private Wirtschaft - um den besten Nachwuchs.

„Der öffentliche Dienst ist gut, braucht aber ein besseres Image“, meint der Geschäftsführer des DBW, Uwe Tillmann. Deshalb begrüßt er es sehr, dass auch die Gewerkschaften von den öffentlichen Arbeitgebern eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen einfordern. Hierzu zählt unter anderem das Einkommen von Azubis, Praktikanten und Beamtenanwärtern nach der Ausbildung.

Der dbb beamtenbund und tarifunion fordert vom öffentlichen Dienst, dass der Arbeitgeber „Staat“ moderne Arbeitsbedingungen bieten. Zum Ausbildungsstart 2019 fordern dbb jugend und dbb ein „Ende der Steinzeit in den Amtsstuben“.

„Um gerade für junge Menschen als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, muss der öffentliche Dienst im Hinblick auf die Digitalisierung noch Einiges tun“, macht die Vorsitzende der dbb jugend Karoline Herrmann deutlich. Die Jugendchefin des dbb ist auch Mitglied der dbb Bundesleitung. Herrmann fordert beispielsweise „Einheitliche und kompatible IT-Standards, die problemlos mobiles Arbeiten ermöglichen“.

Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger hält die BBBank einen Ratgeber bereit, der über die vielen Besonderheiten des öffentlichen Dienstes informiert. Das in Kooperation mit dem DBW herausgegebene Buch soll den „BerufsStart“ erleichtern und vor allem in den ersten Wochen und Monaten einige Antworten auf die Fragen geben, die sich den Berufseinsteigern stellen. Auf fast 200 Seiten werden Auszubildende, Praktikanten und Beamtenanwärter/innen im öffentlichen Dienst über Themen wie Pflichten und Rechte im Ausbildungsverhältnis, die Ausbildungsvergütung sowie Arbeitszeit und Urlaub informiert.

Den Ratgeber können Sie kostenlos abonnieren oder als PDF herunterladen:

www.bbbank.de/ratgeber