Ratgeber Baufinanzierung

Sie haben sich dazu entschlossen, Eigentum zu erwerben und vielleicht schon Ihr Traumobjekt gefunden, das nun finanziert werden soll?

Ein Darlehen für eine private Baufinanzierung nimmt man in der Regel nur einmal im Leben auf. Als zukünftiger Eigentümer treffen Sie also eine Entscheidung mit großer Tragweite, die sorgfältig geplant sein will. Damit Sie bei der Finanzierung auf Nummer sicher gehen, zeigen wir Ihnen, was Sie wann und wie beachten sollten. So kommen Sie Schritt für Schritt in die eigenen vier Wände.

Welchen Finanzierungsbedarf habe ich?

Beim Kauf oder Bau einer Immobilie fallen neben dem Kaufpreis weitere Kosten an, die Sie bei der Ermittlung des Finanzierungsbedarfs berücksichtigen sollten. Es ist daher der genaue Bedarf für Ihr Darlehen zu ermitteln und sich zunächst einen Überblick über die notwendigen Aufwendungen sowie der vorhandenen Eigenmittel zu verschaffen. Berücksichtigen Sie bei der Planung auch künftige Ausgaben zur Absicherung der finanzierenden Personen und der Immobilie.

Geben Sie hier Ihre Aufwendungen und Eigenmittel ein und Ihr Finanzierungsbedarf wird berechnet.

Kaufen statt mieten

Das aktuell günstige Baugeld, die Immobilie als Altersvorsorge und wertbeständige Vermögensanlage sowie das unabhängige und selbständige Wohnen sind nur einige der vielen Gründe, die für den Erwerb eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung sprechen. Haben Sie sich schon einmal ausgerechnet, wie viel Miete Sie im Laufe der Zeit bezahlen?

Unsere Miethochrechnungstabelle zeigt Ihnen, wie viel Geld langfristig gesehen durch Mietzahlungen verloren geht.

Ratgeber Baufinanzierung Infografik: Kostenübersicht Mietzahlungen nach 10, 20, 30, und 40 Jahren.
Haushaltsrechnung – wie viel kann ich mir leisten?

Damit eine Finanzierung auf finanziell gesicherten Beinen stehen kann und die monatlichen Zahlungen dauerhaft aufgebracht werden können, ist eine gründliche, umfassende und vor allem aufrichtige Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben besonders wichtig. Da die Immobilienfinanzierung auf mehrere Jahre angelegt ist, sollten Sie auch mögliche Veränderungen Ihrer persönlichen Lebenssituation mit berücksichtigen.

Mit der Haushaltsrechnung können Sie errechnen, wie hoch Ihre monatliche Zahlung für das Darlehen ausfallen kann.

Welche Darlehen gibt es?

So individuell wie Ihre Bedürfnisse und Wünsche an Ihre eigenen vier Wände sind, so unterschiedlich sind auch die Finanzierungsmöglichkeiten. Detaillierte Informationen und maßgeschneiderte Lösungen erhalten Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch bei Ihrer BBBank.

Welche Lösung es gibt, zeigt die folgende Übersicht.

Festzinsdarlehen*
  • Der Zinssatz wird für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben (Sollzinsbindung) und bleibt in dieser Zeit unverändert.
  • Die Sollzinsbindung ist in der Regel kürzer als die gesamte Darlehenslaufzeit (vom Tilgungsbetrag abhängig).
  • Während der Sollzinsbindung kann das Festzinsdarlehen nicht gekündigt werden.
  • Nach Ablauf der Sollzinsbindung wird Ihnen ein neues Angebot für eine weitere Sollzinsbindung zu den dann aktuellen Konditionen unterbreitet.
     

*bonitätsabhängig; Voraussetzung: Genossenschaftsanteil von 15,- Euro/Mitglied

Variables Darlehen* – Baudarlehen mit veränderlichem Sollzinssatz
  • Bei Baudarlehen mit veränderlichem Sollzinssatz wird der Sollzinssatz in einem bestimmten Turnus z. B. monatlich angepasst.
  • Der Sollzinssatz orientiert sich dabei an einem Referenzzinssatz z. B. dem 3-Monats-Euribor®.
  • Eine Rückzahlung des Darlehens sowie Sondertilgungen sind jederzeit möglich.
  • Neben Darlehen mit ausschließlich variablem Zinssatz gibt es auch eine Kombination aus festem und variablem Zinssatz.
     

*bonitätsabhängig; Voraussetzung: Genossenschaftsanteil von 15,- Euro/Mitglied

Annuitätendarlehen*
  • Die über die Gesamtlaufzeit gleich bleibende Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen.
  • Mit fortlaufender Rückzahlung des Darlehens sinken die zu zahlenden Zinsen und der Tilgungsanteil erhöht sich dementsprechend.
  • Die Annuität wird monatlich gezahlt.
     

*bonitätsabhängig; Voraussetzung: Genossenschaftsanteil von 15,- Euro/Mitglied

Weitere Informationen finden Sie unter:
> BBBank-BauXpress (5S)
> BBBank-BauFlex 10 + 5 (5S)

BBBank-Schnelltilger-Darlehen (0S)*
  • Das Schnelltilger-Darlehen (OS) ist eine besondere Form des Annuitätendarlehens.
  • Die Besonderheit liegt darin, dass Sie durch den Schnelltilger (0S) die Möglichkeit haben ggf. das Darlehen bis zum Ende der Sollzinsbindung komplett zu tilgen.
  • Hierzu wird zu Beginn der Sollzinsbindung der Tilgungssatz in der dafür erforderlichen Höhe festgelegt.
  • Die monatlich gleichbleibende Rate ist daher im Vergleich zu einem Annuitätendarlehen mit 1 % anfänglicher Tilgung entsprechend höher.
     

*bonitätsabhängig; Voraussetzung: Genossenschaftsanteil von 15,- Euro/Mitglied

Weitere Informationen finden Sie unter:
> BBBank-Schnelltilger-Darlehen (0S)

Zinszahlungsdarlehen (endfälliges Darlehen)
  • Statt einer monatlichen Tilgung wird eine Tilgungsaussetzung für die Sollzinsbindung vereinbart.
  • Während der Sollzinsbindung werden lediglich die Zinsen bezahlt.
  • Anstelle eines monatlichen Tilgungsbetrages wird z. B. ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung bespart.
  • Das Darlehen wird bei Ende der Sollzinsbindung entweder in einem Betrag getilgt oder die Sollzinsbindung verlängert und z. B. der Bausparvertrag oder die Lebensversicherung weiter bespart.
Forward-Darlehen*
  • Mit dem Forward-Darlehen können Sie sich einen günstigen Zinssatz für die Zukunft sichern.
  • Häufigste Verwendung bei Anschlussfinanzierungen (Prolongationen).
  • Bei einem Forward-Darlehen handelt es sich im Grunde um ein Annuitätendarlehen, bei dem eine Sondervereinbarung getroffen wird.
  • Das Forward-Darlehen wird erst nach einer bestimmten Vorlaufzeit (i. d. R. 7–36 Monate) nach Vertragsabschluss ausgezahlt.
  • Diese Vorlaufzeit zwischen Vertragsabschluss und Laufzeitbeginn wird als Forward-Periode bezeichnet.
  • Es werden keine Bereitstellungszinsen in der Forward-Periode fällig.
     

*bonitätsabhängig; Voraussetzung: Genossenschaftsanteil von 15,- Euro/Mitglied

Weitere Informationen finden Sie unter:
> Forward-Darlehen

Bausparvertrag/Bauspardarlehen
  • Mit einem Bausparvertrag sichern Sie sich einen günstigen Zinssatz für ein künftiges Darlehen.
  • Die Anspar- und Darlehensphase werden dabei miteinander kombiniert.
  • Der Bausparvertrag wird über die gewünschte Bausparsumme angelegt. Zuerst erfolgen regelmäßige Sparleistungen in der Regel bis zur Hälfte der vereinbarten Bausparsumme.
  • Nach der Ansparphase haben Sie die Möglichkeit das günstige Bauspardarlehen zu nutzen, das die andere Hälfte der vereinbarten Bausparsumme ausmacht.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
> Bausparen

KfW-Förderdarlehen*
  • KfW-Darlehen (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sind staatlich geförderte, zinsgünstige Darlehen.
  • Im Bereich Bauen, Wohnen und Energiesparen steht Ihnen ein breites Spektrum an zinsgünstigen Förderprogrammen zur Verfügung.
  • Die Antragstellung und Beratung erfolgt über Ihre BBBank-Filiale.
  • Bei der Wahl des richtigen Förderprogrammes ist Ihnen Ihr Architekt oder Energieberater gerne behilflich.
     

*bonitätsabhängig

Weitere Informationen finden Sie unter:
> KfW-Förderdarlehen der BBBank
> www.kfw.de

Thema Sicherheit

Anders als bewegliche Güter werden Immobilien und deren Besitzverhältnisse sowie die auf der Immobilie liegenden Belastungen im Grundbuch mit der sogenannten Grundschuld eingetragen. Mit einer Grundschuld, die beim Notar bestellt wird, sichert sich der Gläubiger (z. B. die BBBank) seine Forderungen gegenüber dem Eigentümer.

Grundschuld
  • Die Grundschuld ist ein Pfandrecht an einer Immobilie. Die Immobilie dient damit als Sicherheit für das Darlehen.
  • Zwei Arten:
    1. Buchgrundschuld (wird in das Grundbuch eingetragen)
    2. Briefgrundschuld (Eintragung im Grundbuch und Erstellung eines Grundschuldbriefes vom Grundbuchamt)
  • Da der Darlehensnehmer auch mit seinem sonstigen Vermögen haftet, ist es üblich, dass er neben der Grundschuld ein notarielles, vollstreckbares Schuldanerkenntnis abgibt, mit dem er sich im Fall der Fälle einer sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterwirft.
Weitere Sicherheiten

Eine zusätzliche Besicherung des Darlehens kann auch durch die Abtretung von Ansprüchen aus Bausparverträgen, Lebensversicherungen oder Sparanlagen erfolgen.

Checkliste Beratungsgespräch: Was soll ich mitbringen?

So unterschiedlich die Immobilien sind, so individuell sind auch die Finanzierungslösungen. Für eine maßgeschneiderte Finanzierung benötigen wir Informationen über Ihre Einkommens- und Vermögenssituation (z. B. Eigenkapital- und Fremdfinanzierungsnachweise).

Auszug aus der „Checkliste Baufinanzierung“

Wir erstellen Ihnen aufgrund Ihrer persönlichen Daten und Wünsche ein individuelles Angebot. Sofern uns die Angaben noch nicht vorliegen bitten wie Sie, folgende Unterlagen mitzubringen. Dann sind Sie für ein Beratungsgespräch bestens gerüstet.

Ratgeber Baufinanzierung Infografik: Checkliste Beratungsgespräch für Entscheidungen mit großer Tragweite.
Worauf muss ich bei Vertragsabschluss achten?

Wenn Sie Ihre Traumimmobilie gefunden und sich für ein konkretes Angebot entschieden haben, sollten Sie noch einige Dinge beachten.

  • Für einen Darlehensvertrag ist die Schriftform erforderlich.
  • Insbesondere enthält der Darlehensvertrag folgende Inhalte:
    - Nettokreditbetrag
    - Art und Weise der Rückzahlung
    - zu bestellende Sicherheiten
    - effektiver Jahreszins
    - Vertragslaufzeit
    - Kosten
  • Information zum Widerrufsrecht
  • Zusätzlich werden Ihnen vorvertragliche Informationen mit den wichtigsten vertraglichen Inhalten und wenn Sie es wünschen eine Erläuterungsbroschüre ausgehändigt.
Ablauf einer Finanzierung

1. Terminvereinbarung
Bei der Terminvereinbarung für ein persönliches Gespräch mit Ihrem BBBank-Berater erhalten Sie eine Checkliste, in der alle notwendigen Unterlagen für Sie aufgeführt sind.

2. Erstgespräch

Die Grundlagen für Ihre maßgeschneiderte Finanzierung werden geschaffen. Dabei stehen Ihre Wünsche, Ziele und Pläne im Vordergrund.

3. Zweitgespräch/Angebot

Unter Berücksichtigung aller Grundlagen und der eingereichten Unterlagen wird ein optimal auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Angebot präsentiert und besprochen. Der Darlehensantrag wird gestellt.

4. Vertragsunterzeichnung

Mit Ihnen werden alle Verträge besprochen und gemeinsam verabschiedet. Evtl. fehlende Unterlagen werden ergänzt und das weitere Vorgehen festgelegt.

5. Sicherheitenbestellung Bank

Die BBBank erstellt für Sie die Grundschuldbestellung für den Notar sowie eine evtl. notwendige Finanzierungsbestätigung.

6. Notartermin

Hier wird der notarielle Kaufvertrag abgeschlossen. Damit verbunden ist die Sicherheitenbestellung,
die Auflassungsvormerkung im Grundbuch sowie der Abschluss möglicher Notartreuhandverträge
zur Abwicklung der Kaufpreiszahlung.

7. Treuhandabwicklung Bank

Eine evtl. treuhänderische Abwicklung über die Bank wird durchgeführt.

8. Kaufpreiszahlung

Nach Vorlage der Auszahlungsvoraussetzungen und des notariellen Kaufvertrags werden die anstehenden Zahlungen durchgeführt.

9. Übergabe des Eigentums und Einzug

Herzlichen Glückwunsch! Die Finanzierung ist zu diesem Zeitpunkt zunächst abgeschlossen. Die weitere Betreuung wird mit Ihnen abgestimmt und vereinbart, damit Sie auch zukünftig optimal aufgestellt bleiben.

Mit welchen Kosten muss ich bei meiner Immobilie künftig rechnen?

Auch nach Erwerb der Immobilie sollten Rücklagen gebildet werden. Denn es gibt viele Gründe für die Renovierung, Modernisierung und zum Werterhalt bzw. zur Wertsteigerung Ihres Eigenheims. Folgende Grafik zeigt, mit welchen Kosten Sie bei einer eigenen Immobilie in Zukunft rechnen müssen.

Ratgeber Baufinanzierung Infografik: Kostenübersicht Immobilie

Unser Tipp für Sie:

Eine erste Idee, wie hoch Ihr Finanzierungsspielraum ist und was das geplante Baudarlehen monatlich kostet, gibt unser Baufinanzierungsrechner.

> Zum Baufinanzierungsrechner